Im Labor

Forschungsschwerpunkte

Ein Schwerpunkt in den Forschungsthemen im Institut für Pharmazie besteht in der Identifizierung neuer Naturstoffe mit bioaktiven Eigenschaften und deren Wirkmechanismus auf molekularer Ebene insbesondere für die Therapie von Entzündungen und Tumorerkrankungen. Potenzielle neue Wirkstoffe werden mit modernen analytischen Verfahren charakterisiert und ihre Bindungspartner im menschlichen Körper identifiziert. Außerdem werden pharmazeutische Formulierungen für solche potenziellen Wirkstoffe entwickelt, um die Substanzen möglichst gezielt an ihre Wirkorte im menschlichen Körper zu dirigieren. Informationen zu den Forschungsthemen finden Sie auf den Webseiten der verschiedenen Abteilungen des Instituts für Pharmazie.

Pharmazeutische/Medizinische Chemie Inhalt einblenden

Am Lehrstuhl Pharmazeutische/Medizinische Chemie erforscht Prof. Dr. Oliver Werz die Zielstrukturen (Targets) und Mechanismen entzündungshemmender und anti-neoplastischer Wirkstoffe auf molekularer und zellulärer Ebene. Darüber hinaus wird nach therapeutischen Wirkstoffen zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, neurodegenerativer Erkrankungen und Krebs gesucht. Wichtiger Aspekt der Forschungsaktivitäten ist die Berücksichtigung des Geschlechts, um letztendlich eine geschlechtsspezifische Pharmakotherapie zu ermöglichen ("Gender Medizin"). Prof. Dr. Gerhard Scriba entwickelt hochspezialisierte, moderne analytische Trennverfahren, insbesondere auf dem Gebiet der Reinheitsuntersuchungen von Arzneistoffen einschließlich Stereoisomerentrennungen und mechanistischen Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Analyt und Selektor sowie Kapillarelektrophorese-basierte Enzymassays.

Pharmazeutische Mikrobiologie Inhalt einblenden

Am Lehrstuhl für Pharmazeutische Mikrobiologie beschäftigt sich Prof. Dr. Dirk Hoffmeister mit den Naturstoffen der Basidiomyceten (Ständerpilzen). Die Arbeiten erfolgen durch enge Verknüpfung von chemischer Analytik sowie biochemischen, mikrobiologischen und molekularbiologischen Methoden. Ziel der Forschung ist die Aufklärung von Biosynthesen und die biotechnologische Produktion von Wirkstoffen, jedoch auch die Funktion der Naturstoffe für die Produzenten. Gegenwärtig werden Arten aus den Gattungen Psilocybe (Kahlkopf) und Armillaria (Hallimasch) sowie aus der Familie der Stereaceae (Schichtpilze) und der Hausschwamm Serpula lacrymans bearbeitet. Die Arbeitsgruppe ist in den Sonderforschungsbereich ChemBioSys, die Exzellenzgraduiertenschule Jena School for Microbial Communication (JSMC) sowie in die Internationale Leibniz Graduiertenschule für Mikrobielle Interaktionen (MibIntact) eingebunden.

Pharmazeutische Biologie Inhalt einblenden

Am Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie erforscht Prof. Dr. Thomas Winckler die molekularen Mechanismen der Integration mobiler genetischer Elemente in das Genom der "sozialen Amöbe" Dictyostelium discoideum, um Strategien zur Verbesserung der Integrationsspezifität retroviraler Gentherapie-Vektoren zu suchen. Soziale Amöben organisieren die Aggregation zur Bildung multizellulärer Organismen durch Sekretion chemotaktisch aktiver Signalmoleküle. Prof. Winckler untersucht die molekularen Mechanismen der interzellulären Kommunikation mit dem Signalmolekül Glorin in der Amöbe Polysphondylium pallidum. Außerdem wird anhand eines zellbasierten Testsystems nach neuen chemisch-synthetischen und natürlichen Wirkstoffen geforscht, die den für die Therapie der Demenz-Erkrankung relevanten NMDA-Rezeptor modulieren.

Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie Inhalt einblenden

Am Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie liegt der Forschungsschwerpunkt auf der Entwicklung, Formulierung, Charakterisierung und biopharmazeutischen Testung nanopartikulärer Arzneistoffapplikationssysteme sowohl im Bereich von Nanopartikeln aus synthetischen und natürlichen Polymeren als auch von Phospholipiden. Ein wesentlicher Aspekt der Forschung von Prof. Dagmar Fischer liegt auf der Verarbeitung innovativer Arzneistoffe, vor allem Naturstoffe sowie schwer löslichen oder biomakromolekularen Wirkstoffen einschließlich Konzepte des zell- und gewebespezifischen Targetings. Neben umfassenden Untersuchungen zur Herstellung und physikalisch-chemischen Charakterisierung solcher Systeme werden Studien zur Interaktion der nanopartikulären Arzneiformen mit verschiedenen Zelltypen und biologischen Barrieren (v.a. Haut, Blut-Hirn-Schranke, Tumoren, Darm) wie auch in alternativen Modellen zu Tierversuchen (z.B. Hühnereimodell) nach dem 3R-Konzept durchgeführt. Im Fokus der Forschungsarbeit von Prof. Dr. Paola Luciani liegt die Entwicklung und Charakterisierung von Liposomen als Arzneistoffrägersystem (Proteine, Nukleinsäuren, Arzneistoffe). Ein weiterer Kernpunkt ist die Entwicklung von Kontrastmitteln für die Fluoreszenz-Bildgebung von Lymph- und Gefäßsystemen bei entzündlichen Erkrankungen, sowie bei Krebseerkrankungen. Prof. Lucianis aktuelle Forschung ist durch einen multidisziplinären Ansatz gekennzeichnet, der darauf abzielt, lipidbasierte Trägersysteme für den Einsatz in der diagnostischen Bildgebung und der zielgerichteten Therapie fibrotischer Erkrankungen zu entwickeln. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist das Verständnis der molekularen Mechanismen, die der oralen Applikation lipidbasierter Formulierungen zugrunde liegen, sowie die Erforschung des Einflusses von oxidativem Stress auf Phospholipide als Nutraceuticals.

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